Hütte, Axel Ise (bridge), Japan, 2010
Injekt Druck Bildmaß: 157 x 363 cm © Axel Hütte Courtesy: © Galerie Wilma Tolksdorf Foto: Uwe Walter, Berlin

Text zum Werk

In Ise (bridge), Japan (2012) wird eine Eisenbahnbrücke aus Seitenperspektive dargestellt, hinter der sich die Landschaft ohne perspektivische Bezugspunkte zeigt. Durch diese Verwirrung des Fotographenstandpunktes verabschiedet sich die Fotografie von dem Erscheinungsbild einer realen Abbildung, ein Effekt, der durch den starken farblichen Komplementärkonstrast unterstrichen wird. 

Die Brückenbilder bilden einen Werkzyklus in dem „Axel Hütte sein gesamtes künstlerisches wie bildnerisches Repertoire zusammenführt und reflektiert, sowohl in Bezug auf die Sichtbarmachung von Bildstrukturen und Kompositionen, der Anwendung seiner Kommunikationsmodelle, dem Umgang mit Erscheinung und Irritation durch die Verunsicherung der Perspektive, als auch in der Wahl seines Bildraumes. Perfekt löst er seinen Kamerastandpunkt auf und schiebt die stählernen Eisenbahnbrücken zwischen den Betrachter und seine im Hintergrund erkennbare Landschaftsaufnahme.“  

Ralph Goertz: Covered by Clouds - Die Magie des Blicks, in: Axel Hütte, Night and Day, Stiftung Museum Kunstpalast, 2017, Düsseldorf. S.15.

Künstler

Geboren 1951 in Essen. Lebt und arbeitet in Düsseldorf.

Axel Hütte gilt als einer der wichtigsten Vertreter der Düsseldorfer Fotoschule. Als Student an der Düsseldorfer Kunstakademie von 1973 bis 1981 besuchte Hütte die berühmte Fotoklasse von Bernd und Hilla Becher zusammen mit Größen wie Candida Höfer, Thomas Struth, Jörg Sasse und Thomas Ruff. Seine großformatigen, oft malerisch anmutenden, Landschaftsbilder dekonstruieren durch ihre kühle Fokussierung auf Bildstrukturen die Wahrnehmungsgewohnheiten des Betrachters. Möglich wird dies durch die Verwendung einer Plattenkamera, die den Raum genauer wiedergibt als das menschliche Auge. So werden auch Aufnahmen exotischer Destinationen nie bloße Momentaufnahme oder Reiseschnappschuss sondern stellen immer eine in abstrakte Form übersetzte Empfindung des Künstlers dar.

Wichtige Einzelausstellungen des Künstlers wurden unter anderem im Museum Kunstpalast, Düsseldorf (2017), DZ Bank Art Collection, Frankfurt (2015), Galerie Ruzicska, Salzburg (2017, 2012), Huis Marseille Foundation for Photography, Amsterdam (2001), Museum Kurhaus Kleve (2000), präsentiert.

Seine Arbeiten waren in Gruppenausstellungen etwa im Städel Museum, Frankfurt (2017), Barbican Art Gallery, London (2016), Deutsches Historisches Museum, Berlin (2011), Sprengel Museum, Hannover (2000, 1993), MOCA, Los Angeles (1998) und Centre Georges Pompidou, Paris (1994) vertreten.

Quelle: Eigentext