von Heyl, Charline Bait Ball, 2017
Acrylfarbe, Sprühfarbe und Kohlestift auf Leinen 218.5 x 208.5 x 4 cm © Charline von Heyl Courtesy: Capitain Petzel, Berlin Foto: Jens Ziehe

Text zum Werk

Die Bilder von Charline von Heyl haben oft lustige oder irritierende Titel, welche die Künstlerin beim Lesen und Arbeiten findet. Der Titel "Bait Ball" enstammt der Anglersprache und heißt so viel wie "Köder-Ball", was die Assoziation mit der Form des Fisches, die sich aus den abstrakten Formen zusammenzusetzen scheint, noch verstärkt. Ein für von Heyl typisches Spiel mit dem fließenden Übergang zwischen Figuration und Abstraktion. Zugleich hat der Betrachter das Gefühl, durch die extreme Verdichtung und Rotation der geometischen Formen "geködert" und wie durch einen Sog in die Mitte des Bildes gezogen zu werden.

Künstler

Charline von Heyl
geboren 1960 in Mainz
lebt und arbeitet in New York und Marfa

Die vor allem durch ihre großformatigen, farbintensiven Arbeiten, welche die Bandbreite und Möglichkeiten der Malerei ausloten, bekannt gewordene Künstlerin Charline von Heyl studierte an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg bei Jörg Immendorff sowie an der Kunstakademie Düsseldorf bei Fritz Schwegler. 1996 zog die Künstlerin nach New York, wo sie bis heute lebt und arbeitet.

In ihren Gemälden schafft Charline von Heyl energetisch aufgeladene visuelle Form- und Farbwelten, die den Betrachter durch ihre verschiedenen über- und nebeneinander geschichteten Ebenen einfangen und festhalten. Scheinbar im Abstrakten verhaftet, doch dann durch Zeichnungen und Schemen, aber auch ganze Gegenstände wieder in die Welt des Gegenständlichen gezogen, changiert die Lesart bei jeder Betrachtung. Das Stilmittel der Malerei als solche scheint sich zudem komplett zu entziehen. Pinselstriche sind nicht zu erkennen und vermitteln den Eindruck eines Druckwerkes.