Andreas Gursky Greeley, 2002
C-Print / Diasec in Künstlerrahmen 221 x 284 cm © Andreas Gursky / VG Bild-Kunst, Bonn, 2024 Courtesy: The Artist & Courtesy Sprüth Magers Foto: Andreas Gursky

Zur Person

geboren 1955 in Leipzig
lebt und arbeitet in Düsseldorf

Andreas Gursky kommt aus einer Familie von Werbefotografen. Sowohl sein Großvater als auch sein Vater übten diesen Beruf aus. Dieser Richtung folgend studierte Gursky von 1978 bis 1981 visuelle Kommunikation an der Universität-Gesamthochschule Essen. In dessen Anschluss wechselte Gursky an die Kunstakademie Düsseldorf, wo er bei Bernd Becher studierte, dessen Meisterschüler er ab 1985 bis 1987 war. Die Gruppe der Becherschüler Axel Hütte, Jörg Sasse, Thomas Struth, Candida Höfer und Thomas Ruff sollte später den Begriff der Düsseldorfer Photoschule prägen.
2010 wurde der Fotokünstler dann selbst als Professor für "Freie Kunst" an die Kunstakademie Düsseldorf berufen. Seit 2007 ist er Ehrenmitglied der American Academy of Arts and Letters sowie seit 2012 Mitglied in der Nordrhein-Wesfälischen Akademie der Wissenschaften und Künste.
Heute zählt Andreas Gursky zu den international wichtigsten Fotografen.

 

"Fotografie ist bei Andreas Gursky weniger ein Medium der Abbildung, sondern vielmehr - entgegen unseren Sehgewohnheiten - ein Medium zur Konstruktion von Wirklichkeit. Sein Hauptaugenmerk liegt auf der Ansammlung von Menschen und den Stätten ihrer Zusammenkunft, auf den Strukturen der globalisierten Welt sowohl der Produktion, des Handels als auch des Konsums und der Freizeitgesellschaft."

aus: Berhard Mendes Bürgi, Andreas Gursky -. Katalog zur Ausstellung im Kunstmuseum Basel, 2007 - 2008, S. 45

 



Text zum Werk

"Seit Anfang der 1990er Jahre fügt Andreas Gursky sein Fotomaterial am Computer zu großen Tableaus zusammen. Für den Becher-Schüler steht dies nicht im Widerspruch zu einem dokumentarischen Anspruch. Denn sein Ziel ist es, mit den bearbeiteten Fotografien Wirklichkeit sichtbar zu machen. Die großformatige Fotografie Greeley zeigt zum Beispiel auf einer ausgedehnten Ebene die Viehhöfe von Greeley, Colorado. Dort bleiben die Kühe vor ihrem Abtransport in die Schlachthöfe von Chicago. Die Fotografie besitzt eine solche Tiefenschärfe, dass über das gesamte Panorama alle Details der Tiere genau erkennbar sind. Zugleich ist die Ebene durch ein Gitternetz von Zäunen und Straßen strukturiert, die sich weiß vom Untergrund abheben und aus der Luftperspektive aufgenommen bis an den Horizont reichen."

Barbara Engelbach, in: Museum Ludwig Köln, 1959-2007: Künstler und Fotografien. 2007, S. 146-147