Zur Person
geboren 1941 in Weert, Niederlande
lebt und arbeitet in Amsterdam, Niederlande
Jan Dibbets ist ein niederländischer Konzeptkünstler, der vor allem durch seine fotografischen Arbeiten bekannt wurde. Seit den späten 1960er-Jahren beschäftigt er sich mit der Frage, wie Wahrnehmung und Perspektive unsere Sicht auf Raum und Landschaft bestimmen.
Mit fotografischen "Perspektivkorrekturen" und seriellen Aufnahmen hinterfragt er die traditionelle Zentralperspektive und spielt mit der Beziehung zwischen Natur und Abstraktion. Neben seinen Fotoarbeiten hat Dibbets auch Kunst-im-öffentlichen-Raum-Projekte realisiert, etwa Glasfenster in der Kathedrale von Reims. Er gilt als wichtiger Vertreter der europäischen Konzeptkunst, dessen Werk die Grenzen zwischen Malerei, Fotografie und Rauminstallation neu auslotet.
Text zum Werk
Dibbets Perspektive Interventionen wie bei dem Werk "Perspective Collection Sol Lewitt" entstehen durch Anbringung von geometrischen Formen im Raum. Die Formen, wie zum Beispiel Quadrate oder Kuben, sind bei frontaler Ansicht verzerrt, erscheinen in die Länge gezogen und unregelmäßig.
Erst durch den Wechsel der Perspektive, in der ein definierter Standpunkt eingenommen wird, erscheinen diese Formen plötzlich korrekt. Es erscheint zum Beispiel ein exaktes Quadrat, das im Raum zu schweben scheint.
Das entstandene Foto hält diesen Blickpunkt exakt fest, die das Paradoxe sichtbar macht. Die reale, verzerrte Markierung auf der Wand wirkt auf der Fotografie wie eine perfekte geometrische Figur, die jegliche Raumlogik durchbricht. Der reale Raum bleibt unangetastet und erhalten, doch der fotografische Blick zwingt ihn in eine neue Ordnung. Es ist ein Spiel mit der Wahrnehmung und den Sehgewohnheiten. Wir sehen etwas, das "stimmt" und wissen doch, dass es nur aus einem bestimmten Blickwinkel so sein kann.