Zur Person
geboren 1959 in Edinburgh
lebt und arbeitet hauptsächlich in London und auf Trinidad
Aufgewachsen unter anderem in Trinidad und Kanada, entschied sich Peter Doig 1979 nach London zu gehen, wo er 1980 bis 1983 an der Wimbledon School of Art sowie an der St Martin's School of Art Malerei studierte. 1989 bis 1990 studierte er dann Chelsea College of Art and Design. Von 1995 bis 2000 war er als Kurator an der Tate Gallery in London tätig und siedelte 2002 mit seiner Familie nach Trinidad über, wo er sich ganz seiner Arbeit widmen konnte. Von 2005 bis hatte er eine Professur für Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf.
"Obwohl Landschaften zu den zentralen Motiven des Malers Peter Doig gehören, spielt auch die Intervention des modernen Menschen in die Natur eine tragende Rolle. Häuser im oder am Rande eines Waldes, viel befahrene Skipisten, Risenräder in einsamen Feldern sowie unzählige Kanus in Seen oder Boote in idyllischen Buchten, zeugen vom Eingriff des Menschen in die Natur. Die ungewöhnlichen und in manchen Fällen sogar unnatürliche, Farbgebung seiner Gemälde erinnert an Edvard Munch und Paul Gauguin. Doch Doigs Bilder sind durchaus surrealisticher, unwirklicher als die seiner post-impressionistischen Vorbilder. Aus diesem Grund wird er häufig mit dem sogenannten "magischen Realismus" in Verbindung gebracht. Denn seine Gemälde oszillieren zwischen Schnappschüssen aus Urlauben in fernen Ländern und traumhaften Fantasiebildern, die häufig an die geheimnisvollen Werke der Symbolisten erinnern. In Doigs Gemälden werden Momente der Stille mit einer unbequemen Traumhaftigkeit konfrontiert. Die Bilder sind durch eine erwartungsvolle Spannung gekennzeichnet, so dass häufig der Eindruck entsteht, etwas Bedeutendes oder Dramatisches geschehe gerade oder stehe unmittelbar bevor. Doch was genau dies sein könnte wird nie verraten. Die Diffuse Atmosphäre der Bilder erinnert an den Schleier der Erinnerung; einen Schleier, der Details vage lässt und viel Raum für die eigene Interpretation bietet."
Zitital aus: Genius Loci - Düsseldorfer Akademie nach 1945. Düsseldorf, 2013, hrsg. von Setareh Gallery, Düsseldorf, 2014, S. 52
Text zum Werk
Nachdem Doig 2002 nach Trinidad gezogen war, gründete er zusammen mit dem lokalen Künstler Che Lovelace den StudioFilmClub in seinem Atelier in Port of Spain. Der Club fungierte als privates Programmkino für Freunde und die lokale Kunstszene. Da es kein Budget für Werbung gab, begann Doig, für fast jede wöchentliche Vorstellung ein individuelles Plakat von Hand zu malen. Das erste Poster entstand „aus Versehen“ für den Film Orfeu Negro (Black Orpheus). Doig nahm eine verworfene Papierarbeit, die ihn an eine Filmszene erinnerte, und beschriftete sie spontan mit dem Filmtitel.
Die Poster wurden oft kurz vor den Filmvorführungen hastig angefertigt. Er verwendete dabei Öl, Aquarell, Pastell oder Kohle auf großformatigem Papier. Die Motive sind keine bloßen Kopien kommerzieller Plakate. Sie basieren auf: Schlüsselszenen aus dem Gedächtnis oder von Standbildern, Zitaten originaler Filmposter und persönlichen Assoziationen und Metaphern zum Filminhalt.