Helmut Schweizer Handlungen Erinnerungen (Pflaume), 1970 - 1979
Fotografien auf Karton 66 x 42 cm © Helmut Schweizer / VG Bildkunst Bonn, 2026 Courtesy: The artist and Pfab Gallery, Duesseldorf Foto: Archive Galerie Pfab, Düsseldorf

Zur Person

geboren 1946 in Stuttgart
lebt und arbeitet in Düsseldorf

Helmut Schweizer ist ein renommierter, in Düsseldorf lebender Konzept- und Aktionskünstler, Maler sowie Fotograf, dessen Werk stark von Naturwissenschaften, Ökologie und Zivilisationskritik geprägt ist.

Schweizer studierte 1967 bis 1973 Malerei an der Kunstakademie Karlsruhe bei namhaften Lehrern wie Horst Antes und Fritz Klemm sowie zeitgleich Philosophie und Kunstgeschichte. 

Helmut Schweizers Blick auf das Leben wurde stark von historischen Katastrophen wie Hiroshima und Tschernobyl sowie den ökologischen Herausforderungen der Gegenwart geprägt. In seiner Kunst setzt er sich intensiv mit physikalischen, biochemischen und nuklearen Aspekten auseinander und reflektiert kritisch die Folgen menschlicher Eingriffe in die Natur. 

Neben Fotografie und Installationen arbeitet der Düsseldorfer Künstler mit großformatigen grafischen Mappenwerken, Collagen und Objekten wie chemischen Glaskolben oder Modellen.



Text zum Werk

Die bedeutende fotografische Serie der Handlungen besteht aus über einhundert dreiteiligen Sequenzen. Sie dokumentiert scheinbar banale Alltagsabläufe, um das menschliche Handeln und die Einwirkung auf unsere Umwelt zu hinterfragen. Jedes Werk besteht aus jeweils drei Fotos, wobei diese nicht vertikal, sondern horizontal angeordnet sind. Im obersten Bild zeigt sich die Ausgangsituation. Das mittlere Bild hält die Handlung, das menschliche Eingreifen, fest, während das dritte Bild das daraus resultierende Ergebnis zeigt. 

Während Helmut Schweizer die Handlung sachlich und un-emotional dokumentiert, stellt sich beim Betrachter angesichts der stets kleinen, aber nicht mehr rückgängig zu machenden Auswirkung ein gewisses Unwohlsein ein. Er beginnt, die Notwendigkeit und den Nutzen dieser Eingriffe zu hinterfragen. Die gezielte, auf den einzelnen Eingriff konzentrierte Darstellung der Zerstörung durch die menschliche Hand wird dabei sinnbildlich für weitreichendere Eingriffe des Menschen in seine Umwelt und deren oftmals unabsehbare Folgen.